Der Flug der Nachtigall

Heute, an einem recht kühlen Freitag, trotz strahlend blauem Himmel, präsentieren für euch diesmal ein recht schwermütiges, tiefsinniges Lied aus dem Bardenwettbewerb der ersten Triader Löwenkämpfe in Zyrthania. Eine junge Dame namens Aeryn hat die unten stehenden Verse verfasst. Bitte respektiert das geistige Eigentum anderer und entwendet die auf dem Blog gestellten Gedichte und Lieder nicht. Wie immer, wünscht euch das Team ein schönes Wochenende und falls ihr auf den Geschmack gekommen seid, selbst ein paar Texte zu verfassen, meldet euch doch direkt im Spiel an.

Der Flug der Nachtigall

Im Wald verborgen späht ein Vogel
Zwischen Laub und Glast ins Land
Aufgeschreckt von einem Schauspiel,
Der den ganzen Forst einspannt

Wer hat wen zuerst gesehen?
Warum solch Gewalt und Trug?
Wohin führt dies harsch’ Bestreben?
Ist der Tod nicht krud genug?

Ein weißer Falke sinkt hinab,
Streift suchend durch die Lüfte
Und stürzt hernach zu rasch bergab,
Sich rettend zwischen Klüften

Denn unten an dem Felse lauernd
Reckt ein schwarzer Greif sein Haupt,
Spannt die Flügel – niemals kauernd,
Vor dem Wesen, welches glaubt

Ihn zuerst zu Fall zu bringen,
Durch des Feindes Taumeltanz,
Und so setzt die dunkle Schwinge
Dem Weißen schnell zu folgen an

Aus dem Walde flieht der Vogel
Vor den Ränken and’rer Arten,
Stößt sich wankend in den Himmel,
Will sein Ziel noch nicht verraten

Wessen Schlacht wird hier geschlagen?
Um wen steht es schlecht bestellt?
Wohin wird die Welt getragen,
Die im Zahn der Zeit zerfällt?

Auf dem Schlachtfeld herrscht kein Leben
Wo sind all die Krieger hin?
Die es einst für Ruhm gegeben
Sehen nun das Nichts darin

Wenn sich Flüsse blutrot färben,
Zieht der Vogel seinen Bogen
Um die Wesen, die da sterben,
Rastlos – flehend – auserkoren

Wachsam fliegt er über Auen,
Riecht den faulen Hauch im Wind
Jener Opfer, bald ihr Grauen
Aug’ um Aug’ macht uns bloß blind

In diesem Land, wo Gilden erstarken,
Städte wachsen und Mächte wirken,
Lassen sich Güte und Beständigkeit erahnen,
Wo Sprösslinge lachen und Trost erfahren

Gedenket der Mutter, gedenket dem Vater,
Wie beide sich früher das Haupt zermatert,
Um euch vor Unbill und Schaden zu b’wahren,
Denn sie wollen euch niemals zu Grabe tragen

Werft nicht fort, was euch einst gegeben
Gemeinsam mit Freunden die Gram überstehend
Anstatt mit Widersachern Fehden zu führen
Ist es an euch, das Leben zu zelebrieren

Auf dem Aste sitzt ein Vogel,
Kehrte in den Wald zurück
Angestrengt spreizt er die Flügel,
Von der Reise ganz bedrückt

Wird es Einklang jemals geben?
Was ist, wenn dies nie geschieht?
Doch für immer danach strebend
Singt er nun sein Friedenslied

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