Dur Celusse

[Koordinaten – 30:40]

Stadt der Gilde Dunkler Stausee

Entstehungsgeschichte der Stadt

Ein Fischhändler von der Spielmanninsel segelte nach Norden und steuerte sein Boot den breiten Strom Pelitama hinauf. In einer langgezogenen Schleife, am rechten Ufer hatte sich eine grosse Sandbank gebildet, ging er ans Ufer. Mächtige Küstenfelsen mit vielen vor langer Zeit ausgespülten Grotten bildeten eine klare Grenze zur Ebene, die zur Wüste Khantib reichte. Dort traf er Wüstennomaden, die in den Oasen lebten, und verkaufte ihnen Fische und andere Meeresprodukte. Aus einer zufälligen Begegnung entstand ein steter Handel, Bewohner aus den südlichen Sümpfen und Zwerge und Gnome aus dem gewaltigen Gebirge an der Splitterbucht bereicherten den Handel.

Von einem Treffpunkt entwickelte sich der Ort schnell zu einem Umschlagplatz für Kaufleute, Handwerker und Abenteurer. Verschwommen blieb die Anzahl der sesshaften Leute, es gab weder Gesetze, Regeln noch irgendwelche Machtansprüche. Der freie Markt bestimmte die Regeln und das natürliche Gesetz des Stärkeren.
Eines Tages erschien der Zwerg namens Findur Eckstein, ein genialer Baumeister und Steinmetz und mit ihm brach eine neue Zeit an. Findur und sein Clan – Geschichten erzählten, sie seien aus dem Gebirge zwischen der Splitterbucht und der Khantib Wüste gekommen, auf der Suche nach einer neuen Heimat- legten einen Eingang zu einer grossen Grotte frei und begannen darin nach Metallen und wertvollen Steinen zu graben. Auch bauten sie den äusseren Bereich zu einer kleinen Zwergensiedlung aus, mit ersten Mauern, Treppen, Brücken und Wohn- und Arbeitsbereiche. In dieser Zeit begannen auch die ersten Angriffe von Dunkelelfen aus den Tiefen des Berges. Verschiedene, kriegerische Züge durch das unendlich scheinende Höhlenlabyrinth brachten keine Besserung. Die gemeinsame Gefahr schweisste jedoch den Zwergenclan um Findur und das gemischte Volk stärker zusammen.
Nach Jahren des Kampfes entschlossen sich die führenden Köpfe zu einem kühnen Projekt. Sie bauten unter intensiver Bewachung weit im Inneren der grossen Grotte an einer verengten Stelle eine mächtige Staumauer und leiteten durch künstliche Kanäle Wasser des Pelitama hinein. Es bildete sich ein langgezogener See, der sogar Teile des ursprünglichen Umschlagplatzes überflutete. Man erzählte, dass es mehr als 6 Monde brauchte, bis das Wasser die Zinnen der Staumauer erreicht hatte. Mit der Staumauer entstand ein massiver Wehrturm, der die Mauer vor Sabotage und den Mechanismus für die Schleusen schützte.

Es kam der Moment, ein weiterer Angriff der Dunkelelfen ging voraus, da öffnete Findur alle Schleusen gleichzeitig. Gewaltige Wassermassen donnerten und fluteten die Höhlengänge. Findur Eckstein, der eine klemmende Schleuse lösen wollte, wurde von der Kraft des Wassers ergriffen und in die Tiefen gerissen. Niemals wurde seine Leiche gefunden. Zum Andenken und zu Ehren an eine grosse Persönlichkeit, die diesen Ort geprägt hatte, wurden später zwei Statuen links und rechts der Staumauer errichtet.
Während sich der Stausee wieder langsam füllte, blieben weitere Angriffe der Dunkelelfen aus. Später berichteten Dunkelelfen, die auf Handel aus waren, dass unzählige Dunkelelfen ertrunken waren, mehrere kleinere Siedlungen und Aussenposten weggespült wurden und das Volk sich weit ins Innere des Gebirges zurückgezogen hatte.
Mit dem Stausee veränderte sich das Bild. Unterschiedliche Gemeinschaften begannen die Grotten um das Wasser zu besiedeln. Meist konnte man die Häuser nur über Wasser erreichen, zum Teil musste man über Leitern oder in Stein gehauene schmale Treppen klettern, um in die über dem See gelegenen Plätze zu gelangen. Bis heute ist nur ein kleiner Teil des Höhlengebildes erforscht. Um von äusseren Ende des Stausees, wo der ursprüngliche Umschlagplatz lag, brauchte ein kräftiger Ruderer eine knappe Stunde, um den Wehrturm am anderen Ende zu erreichen. Die meisten Gäste oder Neuankömmlinge vertrauten dabei auf das Wissen eines Fährmanns, um sich nicht zu verirren.

Wieder vergingen Jahre, während weitere Bewohner die günstige Lage des Ortes und die sicheren Höhlen zu ihrer Heimat machten. Die stärkste Gemeinschaft, das stärkste Haus besass das Privileg, den Wehrturm zu bewohnen und gleichzeitig auch zu bewachen. Denn trotz der offensichtlichen Gefahr einer Überflutung, arbeiteten viele Leute in den unteren Bereichen der Höhle, ja, es gab sogar erste kleinere bewohnte Bereiche. Das Wissen über das Öffnen und Schliessen der Schleusen schwand und zurück blieb ein Rätsel. Stieg man vom Wehrturm hinunter zum Grund der Staumauer, kam man zu einer mächtigen Wand mit regelmässig angeordneten Schlitzen. In 16 dieser Schlitze steckte eine gerade Klinge. Dazu war folgender Spruch in Stein gemeißelt.

Stadtbeschreibung

Schiffe, die vom Spiegelmeer den breiten Strom Pelitama hinaufgesegelt sind, ankern am nördlichen Ufer. Vom Hafen, der aus ein paar Lagerhäusern, einer Taverne und wenigen Verkaufsläden besteht, führt eine mit Schieferplatten gebaute Strasse die leicht ansteigende Sandbank hinauf zur Grotte.
Zuerst passiert man die Stadtmauer, die einen Halbkreis bildend die Stadt zum Fluss hin schützt, durch ein massives mit Eisen verstärktes Eichentor. Hier, im belebten Marktviertel, das noch unter freiem Himmel steht, blüht der Handel und das freie Gewerbe. Händler aus der Wüste Khantip, Bergleute aus dem Gebirge an der Splitterbucht wie auch mit Reptilienhäute gekleidete Sumpfbewohner aus dem Süden und Waldelfen aus dem grossen Wald im Osten bieten hier ihre Ware feil.

Es gibt mehrere Tavernen, aber die bekannteste trägt den Namen „Zum Grottenmolch“ und ist für ihren würzigen Eintopf und ein Dunkelbier bekannt.
Fliessend gehen die steinernen Bauten in den mächtigen Küstenfels über und nur nach wenigen Schritten steht man am Ufer eines dunklen Sees, der sich weit ins Innere der Grotte verliert. Verschiedene Boote mit den Zeichen der Häuser liegen angetäut, es gibt keine sichtbaren Fusswege. Ein Fährmann geleitet Besucher über das stille Wasser und während die Dunkelheit zunimmt, leuchten einsame Lichter, die bezeugen, dass die vielen Seitenarme des Sees bewohnt sind. Der Fährmann berichtet: „In dieser Nebengrotte lebt das Haus der Schatten, hier kommt man zur Akademie und dem Haus Gorengi, diese Wasserstrasse führt zum Haus Lanius excubitor, dieser zum Haus Nautilus und diese zu Tempelplatz und dem Haus Aelus Dalharen. Aber Ihr wollt zur Staumauer, oder?“

Eine knappe Stunde gleitet das Boot über die dunkle Oberfläche und erreicht eine gewaltige Staumauer, die die schwarzen Wassermasse an einer verengten Stelle der Grotte zurückhält. Eine breite Treppe führt vom Pier hinauf zum Saum der gebogenen Staumauer, die auf beiden Seiten durch eine Statue abgeschlossen wird. In der Mitte verbindet ein kurzer Steg die Mauer mit einem Wasserschloss, vor dem zwei Wachen den Eintritt verwehren. Hier herrscht immer das erste Haus, das auch den Vorsitz im Rat hat. In diesem Gebäude befindet sich ein grosser Sitzungssaal mit einigen Nebenräumen wie einem Wach- und Schlafraum, einer Waffenkammer, einer Küche und einer Treppe, die mehrere Stockwerke nach unten unter die Wasseroberfläche führt. Unten angekommen steht man vor einer steinernen Wand mit 22 Schlitzen und 16 Klingen darin. Dies ist der versteckte Mechanismus, der die Schleusen öffnet und schliesst und die Macht in sich birgt, das ganze Höhlensystem zu fluten. Ob jemand des Rätsels Lösung kennt, ist nicht bekannt.

Advertisements